Gehalt verhandeln

Den richtigen Zeitpunkt abpassen

Gute Argumente zählen bei der Gehaltsverhandlung

Tue Gutes und rede drüber, heißt es im Vorfeld einer gelungenen Gehaltsverhandlung. Der Chef möchte schließlich wissen, wofür er mehr Geld bezahlen soll und das gibt er nur für gute Leistung. Wenn das Produkt nicht stimmt, wird kein Chef mehr Geld rausrücken. Für viele Mitarbeiter ist das Gespräch über eine Gehaltserhöhung eine unangenehme Sache. Eine gute Vorbereitung steigert die Aussicht auf einen Erfolg. Üben Sie die Verhandlung im Vorfeld und spielen Sie die Situation durch – am besten mit Bekannten, die sich im Metier auskennen. Es werden kritische Nachfragen zu Ihren Forderungen kommen, auf die Sie überzeugende Antworten haben sollten.

Gehaltsverhandlung

Mehr Geld gibt es für gute Leistung

Nur wenn das Produkt, die eigene Arbeitsleistung, stimmt, wird ein Chef bereit sein, dafür mehr zu zahlen. Gehen Sie aber nicht davon aus, dass ihr Arbeitseinsatz und ihr erfolgreiches Engagement für die Firma auf jeden Fall bemerkt werden. Geschicktes Selbstmarketing hilft, die eigenen Leistungen ins rechte Licht zu rücken und auf sich aufmerksam zu machen. So steigern Sie ihre Erfolgsaussichten für die Gehaltsverhandlung.

Überzeugen Sie den Chef mit Argumenten und liefern Sie ihm konkrete Fakten: Es kann nicht schaden, eine Mappe anzulegen, in der Sie ihre erfolgreiche Arbeit für das Unternehmen dokumentieren. Auch der Ausblick auf künftige Vorhaben ist hilfreich. „Man muss dem Chef zeigen, was man geleistet hat – mehr Geld bezahlt das Unternehmen aber vor allem in Erwartung noch besserer Leistungen,“ sagt Karriereexperte Jürgen Hesse.

Honoriert wird Ihre eigene Arbeit. Sie werden Ihren Vorgesetzten nicht überzeugen, wenn Sie darauf verweisen, dass andere Kollegen mehr verdienen.

Der richtige Zeitpunkt

Gehaltsverhandlungen werden nicht zwischen Tür und Angel geführt. Vereinbaren Sie unbedingt einen Termin und wählen Sie den richtigen Zeitpunkt: beispielsweise, wenn ein Projekt, an dem Sie federführend mitgearbeitet haben, erfolgreich abgeschlossen wurde oder wenn Sie einen neuen größeren Verantwortungsbereich übernommen haben.

Wenn das Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten ist oder gerade ein entscheidender Großauftrag an die Konkurrenz gegangen ist, ist es nicht der richtige Zeitpunkt, mit seinen Wünschen nach einer Gehaltserhöhung beim Chef vorzustoßen.

Berufseinsteiger sollten zunächst einmal eine Frist von ein bis zwei Jahren verstreichen lassen, bevor sie das Thema ansprechen.

Im Vorfeld Ziele festlegen

Mitarbeiter sollten sich vor dem Gespräch im Klaren sein, welche Summe sie maximal fordern können. Informieren Sie sich, wie viel Mitarbeiter mit vergleichbaren Aufgaben in Ihrer Branche üblicherweise verdienen. Gehaltstabellen geben einen ersten Überblick. Welches Gehalt bekommen Berufs-Kollegen, die bei anderen Arbeitgebern beschäftigt sind? Solche grundlegenden Informationen sind wichtig, damit Sie nicht mit vollkommen unrealistischen Forderungen übers Ziel hinaus schießen. Machen Sie sich auch klar, unter welchen Betrag Sie sich auf keinen Fall drücken lassen wollen. Überlegen Sie, ob es Alternativ-Angebote gibt, die für Sie akzeptabel wären. Das kann eine Prämie, mehr Freizeit oder die Finanzierung einer Weiterbildung sein.

Privates bleibt außen vor

Die Argumente für die Gehaltserhöhung haben sich auf Ihre Arbeit zu beziehen – private Nöte und Schwierigkeiten haben in so einem Gespräch nichts zu suchen. Ihr Vorgesetzter kann nichts dafür, wenn Ihr Sohn mal wieder eine Finanzspritze braucht, weil er das Auto kaputt gefahren hat, die Tochter ein Reitpony möchte oder die Mutter ins Pflegeheim muss. Jammern und an das Mitleid zu appellieren sind fehl am Platze. Eine solche Haltung erhöht auch nicht Ihren Marktwert. Eher blamieren Sie sich.

Sachlich bleiben auch bei Ablehnung

Bleiben Sie sachlich, auch wenn ihre Wünsche trotz bester Vorbereitung abgelehnt wurden. Mit einer heftigen emotionalen Attacke schaden Sie sich nur selbst. Drohen Sie auf keinen Fall mit einer Kündigung, wenn Sie nicht wirklich vorhaben, diese auch wahr zu machen. Wahren Sie Ihr Gesicht, erfragen Sie die Gründe für die Ablehnung. Vielleicht finden Sie Ansatzpunkte, auf die Wünsche Ihres Chefs einzugehen. Versuchen Sie ihn zu einem späteren Zeitpunkt in einem neuen Gespräch zu überzeugen.