Selbstständigkeit

Der eigene Chef sein

Der Weg in die Selbständigkeit sollte auf einem soliden Fundament stehen

Das Fundament einer erfolgreichen Existenzgründung ist zunächst einmal eine realisierbare Geschäftsidee. Die Gründung eines Unternehmens sollte nur erfolgen, wenn es ein tragfähiges Konzept gibt, dass erfolgsversprechend ist. Eine Existenzgründung sollte nicht als Notlösung erfolgen. Gründliche Fachkenntnisse sind für Existenzgründer unabdingbare Voraussetzung. Bevor diese zur Tat schreiten, sollten sie sich im Vorfeld von professioneller Seite beraten lassen. Erarbeiten Sie einen detaillierten Business-Plan und sprechen Sie ihn mit Ihren Beratern gründlich durch. Der Geschäftsplan klärt auch die Frage, wie hoch der Kapitalbedarf ist und wie Sie ihn decken können. „Informieren Sie sich über die Kreditkonditionen der Banken und Sparkassen. Berücksichtigen Sie in jedem Fall auch die Förderprogramme für Existenzgründer, die vom Bund und den Bundesländern zur Verfügung gestellt werden“, empfiehlt das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI).

Die zündende Idee alleine macht noch längst keinen erfolgreichen Geschäftsmann oder –frau.

Wer sich selbständig machen möchte, braucht neben fachlichem Know-how auch kaufmännisches Wissen und nicht jeder ist ein Unternehmertyp. Hier kommt es auf die jeweilige Persönlichkeit an. Selbständige sollten belastbar und diszipliniert sein. Sie sollten Entscheidungen treffen können und ein gewisses Talent haben, ihr Konzept zu verkaufen. Sie müssen lernen, selbst aktiv zu werden.

Wer den Schritt in die Selbständigkeit wagt, sollte sich vorab möglichst umfassend informieren, wie der Alltag eines Unternehmers aussieht. „Sprechen Sie vor allem auch mit Ihrer Familie. Sie muss Ihr Vorhaben unterstützen“, erklärt das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

Gerade in der Anfangsphase ihres Geschäfts werden viele Gründer nicht ausgelastet sein. „Dennoch sollte man Kunden und Auftraggebern nicht unbedingt vermitteln: Ihren Auftrag habe ich dringend nötig und mache es zu jedem Preis“, rät die Arbeitsagentur in ihrer Broschüre für Existenzgründer „durchstarten“. Der Wechsel von geringer Auslastung und Phasen mit hoher Arbeitsdichte sei für Menschen, die aus einer Festanstellung kommen, eine enorme Umstellung. Das ist kräftezehrend und verlangt Durchhaltevermögen.

Daneben müssen die meisten Neuunternehmer zunächst einmal lernen, aktiv auf Kunden und Auftraggeber zuzugehen. „Es gibt nur wenige Gründer, denen es leicht fällt, aktiv um neue Kunden zu werben“, sagt Hajo Streitberger, der seit mehr als einem Jahrzehnt Gründer begleitet. Aber das Thema Akquise gehört bei Selbständigen zum täglichen Geschäft. Die Kunden kommen nicht von selbst.

Existenzgründer können nicht damit rechnen, dass ihre Firma direkt am Markt durchstartet. Mitunter werden sie einen langen Atem haben müssen. „In der Regel kristallisiert sich nach drei Jahren heraus, ob die Gründungsidee erfolgreich war. Es gibt auch Unterneh­menskonzepte, die eine längere Anlaufzeit brauchen“, erklärt Michael Höppner, Gründungsberater bei der IHK Frankfurt im Themenheft Existenzgründung der Arbeitsagentur. Nach fünf Jahren sollten sie allerdings schwarze Zahlen schreiben können.

Formale Voraussetzung

Kümmern Sie sich um die notwendigen Formalitäten wie behördliche Zulassungen. Machen Sie sich kundig, welche Genehmigungen sie brauchen, ob Nachweise zu erbringen sind und ob das Unternehmen angemeldet werden muss.

Informieren Sie sich, welche steuerlichen Verpflichtungen auf Sie zukommen. Ein Steuerberater berät über die notwendige Buchhaltung und die Art des Jahresabschlusses.

„Denken Sie an die persönliche und betriebliche Absicherung“, betont das BMWI. Für beruflich Selbständige gebe es verschiedene Möglichkeiten, um für Arbeitslosigkeit, Alter, Krankheit und Unfall vorzusorgen. Auch um ausreichende und geeignete Versicherungen für das Unternehmen müsse sich der Existenzgründer kümmern. Auch nach dem Start in die Selbständigkeit sollten Sie weiterhin Beratungs- und Informationsangebote nutzen – Informationsdefizite können schnell zu einer wirtschaftlichen Schieflage des Unternehmens führen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich selbständig zu machen: von der Betriebsübernahme über das sogenannte Franchising, die Neugründung bis zur Tätigkeit als Freiberufler.