Business Behavior

Guter Stil kommt an

Manieren sind ein Erfolgsfaktor im Beruf

„Benimm ist wieder in und dies besonders im Business“, gibt die Deutsche Knigge-Gesellschaft auf ihrer Homepage bekannt. Die Flegeljahre der Etikette seien vorüber, es werde wieder verstärkt auf Ton und Takt  geachtet. Wer beruflich weiterkommen will, muss sich auch auf diesem Parkett sicher bewegen können. Neben fachlicher Qualifikation erwarten Chefs von ihren Mitarbeitern heute ein souveränes und stilvolles Auftreten. „Schließlich sind sie so etwas wie die Visitenkarte eines Unternehmens. Und wer auf einer Gesellschaft oder einem Abendessen durch plumpe Konversation und ungehobelte Tischsitten auffällt, wird mit Sicherheit kein zweites Mal eingeladen“, schreibt die Gesellschaft der Stiletiketten-Wächter. Eine stilvolle Begrüßung, die richtige Anrede, gepflegter Small-Talk und der souveräne Umgang mit unterschiedlichen Bestecken und Gläsern – auf dieser Klaviatur sollten Mitarbeiter sicher spielen können.

Spielregeln des Miteinanders

Wie begrüße ich meinen Geschäftspartner richtig? Darf ich Höhergestellten das Du anbieten? Und wie verhalte ich mich beim Betriebsausflug richtig? Wer das weiß, hat es im Beruf und im menschlichen Zusammenleben leichter. „Benimm ist kein Selbstzweck, sondern ein Mittel zum Erfolg. Und er dient dazu, das Leben zu erleichtern“, erklärt die Knigge-Gesellschaft. Gute Umgangsformen sind wichtig, „um ein sympathischer, interessanter, sozial kompatibler, natürlicher Mensch zu sein.“

Angemessene Kleidung

Die angemessene Kleidung ist ein Muss. Und das bedeutet: Auffallen sollte der Mitarbeiter nur durch guten Stil. Thomas Schäfer-Elmayer, Autor des Buches „Der Business Elmayer. So verbinden Sie Karriere mit Stil“, bringt es auf den Punkt: „Was Sie am Strand tragen, bleibt besser im Schrank.“ Freizügige Outfits sind im Büro unangebracht. „Ein blitzender BH und ein durchsichtiges Top sind keine Karriereförderer.“

Die Begrüßung

Wie sieht die richtige Begrüßung aus? Wer sich an die Faustformel hält: Der Rangniedrigere grüßt den Ranghöheren, der Jüngere grüßt den Älteren, der Herr grüßt die Dame – der wird keine groben Fehler machen. Ob es zum Händeschütteln kommt, bleibt dem Chef überlassen. Auch Werner F. Hahn, Verkaufstrainer und Fachbuchautor, empfiehlt, den Gesprächspartner nicht mit ausgestreckter Hand zu überfallen und ihn zum Gruß zu nötigen, sondern zunächst einmal dessen Reaktion abzuwarten. Wenn dieser nicht die Hand ausstrecke, genüge auch ein kurzes Kopfnicken. Beim Händedruck ist ein Mittelmaß gefragt. Weder sollte die Hand gequetscht noch ein schwammiges Händchen dargeboten werden, das am Gegenüber abgleitet. Unbedingt Blickkontakt beim Händeschütteln halten.

Sich selbst stellt man ohne Titel vor, bei anderen wird deren akademischer Grad erwähnt. Bei mehreren Titeln wird der höchste (Frau Prof. Dr. Meyer ist also Frau Professor Meyer) genannt. Ein Doppelname wird nie eigenmächtig verkürzt, sondern korrekt ausgesprochen. Nur der Namensträger darf selbst eine Kurzvariante anbieten.

Du oder Sie?

Du oder Sie? Bei dieser Frage sollte sich der Mitarbeiter den Spielregeln der Firma anpassen. Duzen sich alle Kollegen, so kann man sich dem kaum entziehen, es sei denn, man möchte als Außenseiter gelten. Was allerdings nicht geht: dem Chef oder älteren Kollegen das Du anbieten.


Das Büro ist kein Wohnzimmer

Irritierend wirkt es auch, den eigenen Arbeitsplatz mit Plüschtieren, den Pokalen des Sportschützenvereins, Ansichtskarten und den neuesten Errungenschaften der Elefanten-Sammlung eine heimelige Atmosphäre zu verleihen. Gegen ein Familienfoto oder einen Blumenstrauß spricht bestimmt nichts. Die Dekorationsfreude sollte allerdings nicht überhand nehmen: Schließlich ist das Büro immer noch ein Arbeitsplatz und nicht das heimische Wohnzimmer.

Business Behavior im Ausland

Was in Deutschland richtig ist, kann im Ausland als Fauxpas gelten: Kulturelle Unterschiede führen im internationalen Geschäft häufig zu Missverständnissen. In anderen Ländern herrschen häufig vollkommen andere Verhaltensmuster und Umgangsformen. Wer im Beruf internationale Kontakte pflegt, sollte sich im Vorfeld gründlich über die Gepflogenheiten der jeweiligen Kultur informieren.

Locker bleiben

Und wer das alles beherrscht, darf ruhig der Knigge-Empfehlung folgen: „Leute, bleibt locker!“ Auch der Ratgeber für Benimm meint: „Schluss mit den Auswüchsen steifer Etikette-Vorschriften!“ Natürlichkeit und Authentizität haben Vorrang.