Erster Job: Das kommt finanziell auf Berufseinsteiger zu

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Die langen Jahre der Ausbildung – ob Uni oder Lehre – sind vorbei. Das bedeutet konkret: Der Ernst des Lebens beginnt und ab nun muss gearbeitet werden, wenn man sich über Wasser halten will. Trotz ab sofort massiv eingeschränkter Freizeit kommt bei vielen sicher Freude auf. Denn ein Job stellt ein Gehalt in Aussicht und damit lebt es sich in der Regel besser als mit einem Studentenbudget. Allerdings kommt auf einen Berufseinsteiger finanziell weitaus mehr zu als allein die Tatsache, dass das Konto nun besser gefüllt ist. Dieser Artikel erklärt, worauf geachtet werden muss.

Finanzen beobachten

Bis zu ein Jahr nach dem Berufseinstieg kann man sich eine Eingewöhnungsphase gönnen. In dieser Zeit muss weder gespart noch angelegt werden. Viel wichtiger ist es, seine Finanzen zu beobachten: Was geht jeden Monat weg und wofür? Wie viel Geld ist gegebenenfalls am Ende des Monats noch übrig? Erst wenn man dafür ein Gefühl entwickelt hat, kann man einen eigenen Spielraum festlegen, in dem man Geld anderweitig investieren kann. Hat man einen soliden Blick hierfür entwickelt, geht’s zunächst ans simple Sparen: Ein Notgroschen sollte aus etwa drei Monatsgehältern bestehen, mit dem man unvorhergesehene Ausgaben begleichen kann.

Kredite tilgen

Der Notgroschen ist angehäuft – dann geht es als nächstes an die Tilgung etwaiger Kredite. Bafög muss zurückgezahlt werden, ebenso wie Studienkredite oder andere finanzielle Unterstützungen. Sie sind zu Beginn des Arbeitslebens in jedem Fall wichtiger als etwa Rentenversicherungspläne. Auch Investitionen mögen für junge Leute interessant sein – so gibt es heutzutage etwa vielfältige Möglichkeiten, online oder offline sein Geld in Projekte so divers wie Wasserstoffaktien oder Kryptowährungen zu investieren. Dennoch sollten derartige Finanzgeschäfte erst in Angriff genommen werden, wenn etwaige Schulden bereits abbezahlt sind.

Sicher ist sicher – und teuer!

Wer kennt das nicht: Ein Besuch beim Versicherungsmakler und schon möchte man sein gesamtes Geld – auch das für Miete, Klamotten und Lebensmittel – in irgendwelche Absicherungen stecken. Doch Vorsicht: Ganz so dringend, wie der Makler sie erscheinen lässt, ist nicht jede Versicherung. Eine unabdingbare Investition ist die Haftpflichtversicherung – und sie schlägt mit 50 Euro pro Jahr nicht einmal stark zu Buche. Weniger sinnvoll ist in jungen Jahren hingegen beispielsweise eine Hausratversicherung, es sei denn, man ist tatsächlich in Besitz sehr wertvoller Gegenstände. Über Berufsunfähigkeitsversicherungen kann man nachdenken; denn wenn man noch nicht lange gearbeitet und damit auch nicht lange in die Rentenkasse eingezahlt hat, können die Unterstützungsleistungen möglicherweise gering ausfallen.

Jetzt schon an später denken?

Keine Frage: Altersarmut ist ein großes und beängstigendes Thema in Deutschland und die Wahrscheinlichkeit, dass es die jetzige junge Generation noch stärker treffen wird als die heutigen Alten, ist hoch. Dennoch bringt es nichts, bereits jetzt jeden übrigen Euro in eine komplizierte Rentenvorsorge zu stecken. Hier bietet sich ein Fondssparplan wesentlich besser an, denn er ist flexibel und ermöglicht damit dem Young Professional, die Sparmaßnahme den Veränderungen in seinem Leben anzupassen.          

Letzter Tipp: Mit dem ersten Job steht einem auch die erste Steuererklärung ins Haus. Wer hier nur Bahnhof versteht, wendet sich am besten an den Verein Lohnsteuerhilfe – der bringt gegen ein geringes Entgelt wieder Licht ins Dunkel.

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