Gewerbliches Fahrzeug-Leasing: Was Unternehmen berücksichtigen sollten

Colourbox.de

Das gewerbliche Fahrzeug-Leasing kann oft eine sinnvolle Alternative zum Fahrzeugkauf sein. Es bietet viele Vorteile für das jeweilige Unternehmen und dessen Mitarbeiter. Allerdings gibt es dabei auch viele Dinge, die berücksichtigt werden sollten, damit das Leasing zu etwas Lohnendem wird. In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit einigen zentralen Punkten, auf die beim gewerblichen Leasing geachtet werden sollte. 

Grundlagen des gewerblichen Leasings

Das gewerbliche Leasing unterscheidet sich im Kern nicht von einem privaten Leasing. Denn in beiden Fällen geht es darum, Fahrzeuge für eine vorab festgelegte Dauer zu mieten und quasi wie eigene Fahrzeuge zu nutzen. Nur werden beim Gewerbe-Leasing die Fahrzeuge eben von einem Unternehmen geleast. Gleichwohl besteht auch beim gewerblichen Leasing die Möglichkeit, die geleasten Fahrzeuge als Dienstfahrzeuge ihren Mitarbeitern für die private Nutzung zur Verfügung zu stellen.

Weder in der einschlägigen Literatur noch in der Wirtschaftspraxis selbst gibt es eine einheitliche Definition des Leasing-Begriffes. Dies hängt mitunter wohl auch damit zusammen, dass es in Deutschland kein eigenständiges Leasingrecht gibt, wenngleich es genaue Regulierungen gibt, was und ab wann eine Nutzungsüberlassung als Leasing einzustufen ist.

Der Kern der Leasingpraktik im Vergleich etwa zum Mieten besteht vor allem darin, dass die Übernahme möglicher Risiken vertraglich individuell geregelt werden kann. Beim Mieten trägt der Vermieter die Verantwortung. Beim Leasen wird die Übernahme etwaiger Wartungs- und Instandhaltungskosten individuell vereinbart, so dass das Risiko entweder vom Leasinggeber oder vom Leasingnehmer getragen wird.

Worauf ist beim gewerblichen Leasing zu achten?

Da es in Deutschland wie gesagt kein Leasingrecht gibt, hängt die konkrete Ausgestaltung der Leasingverträge letztlich von den Verhandlungspartnern ab. Die wohl wichtigste Frage für den Leasingnehmer ist dabei: Wie viel Risiko bin ich bereit zu übernehmen und was bin ich bereit zu zahlen? Hier gilt es abzuwägen, welchen Nutzen man sich von einem geleasten Firmenwagen verspricht.

Ein großer Vorteil des Gewerbeleasings besteht darin, dass Unternehmen sich so hochklassige Firmenfahrzeuge leisten können, ohne Liquiditätseinbußen in Kauf nehmen zu müssen. Beispielsweise können sie ein Fimenwagen Leasing eingehen und die Selbstdarstellung ihres Unternehmens in den Augen der Kunden und Geschäftspartner enorm steigern. Und wenn die Mitarbeiter die geleasten Fahrzeuge auch privat fahren dürfen, dann erhöht sich entsprechend auch die Attraktivität des jeweiligen Unternehmens als Arbeitgeber. Die Kosten für das Leasing können dabei zu 100 % als Betriebsausgaben von der Steuer abgesetzt werden.

Nun gehört zu der oben bereits angesprochenen Ausgestaltung der Leasingverträge aber auch, dass man sich zwischen einem Kilometer- und einem Restwertleasing entscheiden muss. Hierbei sollte beachtet werden, dass ein Restwertleasing Risiken mit sich bringt. Dies deshalb, weil bei diesem Finanzierungsmodell vor Vertragsabschluss geschätzt wird, welchen Restwert das geleaste Fahrzeug nach Ablauf des Vertrages in etwa haben wird. Wird dieser Wert unterschritten, ist also das Fahrzeug am Ende weniger wert als geschätzt, so muss der Leasingnehmer die Differenz zahlen. Liegt der Restwert höher als vermutet - was nur selten der Fall ist -, dann bekommt der Leasingnehmer den Differenzbetrag zurückerstattet. Das Kilometerleasing birgt dagegen weniger Risiko. Hier wird vertraglich festgehalten, wie viele Kilometer das Fahrzeug im Vertragszeitraum maximal zurücklegen darf. Bei Überschreitung werden zusätzliche Kosten fällig, allerdings hat der Leasingnehmer so dennoch mehr Kontrolle.

Ferner sollte darauf geachtet und gründlich abgewogen werden, ob eine Kaufoption in den Leasingvertrag inkludiert wird. Steuerrechtlich kann hier ein Verzicht auf diese Option sinnvoller sein, da die Leasingraten unter Umständen von einem Betriebsprüfer als Kauffinanzierung interpretiert werden könnten, wodurch steuerliche Vorteile entfallen würden.  

Schließlich ist bei der Festlegung der Laufzeit der Leasingverträge zu beachten, dass eine vorzeitige Kündigung des Vertrages in der Regel nicht möglich ist.

Zurück zur Übersicht