Welche Fördermaßnahmen gibt es für Weiterbildungen

Ein Leben lang lernen – täglich werden wir darüber informiert, wie wichtig Weiterbildung, Umschulung und Fortbildung sind. Doch was genau verbirgt sich hinter diesen Begriffen? Fortbildung klingt danach, dass man seinem Beruf treu bleibt, aber Wissen und Kompetenz erweitern möchte. Umschulung steht dafür, dass man einen neuen Beruf ergreift, vielleicht sogar in einer anderen Branche. Soweit ist alles klar. Aber was genau steckt hinter einer Weiterbildung?

Die Vorstellung davon, was sich hinter dem Begriff der Weiterbildung verbirgt, ist mehr vage als präzise. In der Praxis wird der Ausdruck für Fortbildung und Umschulung gleichermaßen verwendet und daher sehr inflationär benutzt. Was die Weiterbildungsförderung jedoch betrifft, sind diese Unterschiede nebensächlich. Sie umfasst alle Bereiche der Zusatzausbildung und berücksichtigt mehrere Fördermaßnahmen. 

Weiterbildungen beschleunigen die Karriere, kosten aber auch Geld

Wer sich entschließt, seiner Karriere neuen Schwung zu verschaffen, kommt um einen Kurs nicht umhin. Das Angebot an Kursen, Seminaren und Lehrgängen ist groß und die Ausbildung gut. Allerding können für eine Schulung gleich ein paar tausend Euro fällig werden. Glück hat, wenn der Arbeitgeber die Fortbildung organisiert und die Kosten übernimmt. Die meisten Kursteilnehmer zeigen Eigeninitiative und müssen sich um die Finanzierung selbst kümmern.

Wenn der Chef nicht hilft und das eigene Geld nicht reicht

Nicht jeder hat das Glück, von seinem Arbeitgeber mit Kursen und Seminaren gefördert zu werden. Und so manche beherzte Eigeninitiative würde an den hohen Kosten scheitern, die für einen Lehrgang fällig werden. Hinzu kommen oft noch Kosten für die Betreuung der Kinder und für Anreise und Übernachtung bei Prüfungen. Wer nicht genug verdient, muss bei Weiterbildungen nicht fernbleiben, denn der Staat hilft mit teils großzügigen Förderungen.

Wer sich für eine Weiterbildung interessiert, aber nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, kann seine Chancen auf eine Förderung prüfen lassen. Hier gibt es einen kleinen Überblick über die verschiedenen Förderungen. Neben der üblichen staatlichen Hilfe bieten die Länder auch noch verschiedene Sonder-Förderungen an. Die Kosten für Weiterbildung können darüber hinaus von der Steuer abgesetzt werden. 

Fördermaßnahmen für Weiterbildungen, Umschulungen und Fortbildung 

Der Bildungsgutschein ist weit verbreitet und das wichtigste Förder-Instrument der Bundesagentur für Arbeit. Damit werden bis zu 100 Prozent der anfallenden Kurskosten bei Weiterbildungen bezahlt. Sind für das Ablegen von Prüfungen Anreise und Übernachtung sowie eine Kinderbetreuung nötig, dann werden auch diese Kosten übernommen. Den Bildungsgutschein können alle beantragen, die aktuell arbeitssuchend gemeldet oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind. Auskünfte darüber erteilen die Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit.

Die Bildungsprämie richtet sich an Arbeiter, Angestellte und Selbstständige, deren Jahreseinkommen nicht mehr als 20.000 Euro beträgt und deren wöchentliche Arbeitszeit nicht mehr als 15 Wochenstunden umfasst. Bei verheirateten Personen darf das jährliche Gesamteinkommen 40.000 Euro nicht übersteigen. Es werden in diesen Fällen 50 Prozent der Kosten für Weiterbildungen erstattet, höchstens jedoch 500 Euro. Für weitere Auskünfte ist hier das Bildungsministerium zuständig.

Das Aufstiegs-BAföG (früher Meister-BAföG) setzt sich aus Darlehen und Zuschuss zusammen. Beantragen können diese Förderung Arbeitnehmer, Angestellte, Selbstständige und Berufsrückkehrer. Die Förderungen beträgt bei Kosten bis zu 15.000 Euro 40 Prozent. Wird mehr benötigt, dann wird ein Darlehen zur Verfügung gestellt. 

Die Begabtenförderung ist eine Sonderform der staatlichen finanziellen Unterstützung für Ausbildungen. Sie sieht einen Betrag von bis zu 5100 Euro vor, der bei einem Notendurchschnitt von 1,9 oder darunter vergeben wird. Auskünfte in diesem Bereich erteilt das Bildungsministerium und die lokalen Büros der Bundesagentur für Arbeit. 

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